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“Es war gefährlicher, als es aussieht“ – Jasmin Baumgartner im Interview zu ihrem Video von Wandas „Ciao Baby“
Ein Interview von
Benji Agostini
Wo habt ihr das Video eigentlich gedreht?

Jasmin Baumgartner: Wir haben das in Jesolo gedreht. Wir wollten eigentlich auf Burano, das ist so ein buntes Inselchen bei Venedig. Nur ist es dort so, dass da sehr viele Touristen unterwegs sind und die Übernachtung in Venedig sehr teuer ist. Also haben wir uns mal in Jesolo stationiert.

Kommen die Drehortideen eigentlich von dir oder redet die Band auch mit?

Jasmin: Es war schon eine gemeinsame Entscheidung. Gerade bei Wanda hat man immer den Italienbezug, deswegen hatte es schon Sinn, es in Italien zu drehen. Wir haben danach das Video zu "Nach Hause gehen" wieder in Spanien gedreht. Das war dann zwar der aufwändigste Dreh, wobei wir "Ciao Baby" auf 35-mm-Film gedreht und in Rom entwickeln lassen haben. Das war für Anna (Hawliczek, Kamerafrau) und mich natürlich total romantisch. Weil man sich dann vorstellt, irgendwann einen ganzen Spielfilm auf 35mm aufzunehmen.

Was genau gefällt dir an Aufnahmen mit 35-mm-Film so?

Jasmin: Es sieht einfach viel schöner aus. Man kann mit Kameras und Optiken schon sehr viel machen, aber Film ist halt Film. Das sieht man. Ich könnte teilweise nicht erkennen, ob das mit einer Arri oder einer Panasonic oder Black Magic gedreht wurde, aber ich kann erkennen, ob es auf Film gedreht wurde. Man weiß auch nie, was man bekommt. Man ist es ja oft gewohnt, dass man alles so lang versucht, bis es einem gefällt und man plötzlich in Zeitdruck beim Drehen gerät. Wir sind bei "Ciao Baby" aber so sparsam mit dem Film umgegangen, dass wir am Ende sogar eine Rolle zu viel hatten.

Dabei wirkt es, als hattet ihr sehr viele verschiedene Drehorte.

Jasmin: Ja, wir haben uns schon sehr viel angetan. Wir hatten fünf oder sechs Drehtage inklusive Autoversenken. Das war letztlich die größte Challenge. Es gibt einen tollen Menschen in Wien - den Rüdiger Schnur -, der mit einem riesigen Auto und ganz vielen Seilen gekommen ist und es möglich gemacht hat, das Wanda-Amore-Auto zu versenken.

Wo habt ihr das Video eigentlich gedreht?

Jasmin Baumgartner: Wir haben das in Jesolo gedreht. Wir wollten eigentlich auf Burano, das ist so ein buntes Inselchen bei Venedig. Nur ist es dort so, dass da sehr viele Touristen unterwegs sind und die Übernachtung in Venedig sehr teuer ist. Also haben wir uns mal in Jesolo stationiert.

Kommen die Drehortideen eigentlich von dir oder redet die Band auch mit?

Jasmin: Es war schon eine gemeinsame Entscheidung. Gerade bei Wanda hat man immer den Italienbezug, deswegen hatte es schon Sinn, es in Italien zu drehen. Wir haben danach das Video zu "Nach Hause gehen" wieder in Spanien gedreht. Das war dann zwar der aufwändigste Dreh, wobei wir "Ciao Baby" auf 35-mm-Film gedreht und in Rom entwickeln lassen haben. Das war für Anna (Hawliczek, Kamerafrau) und mich natürlich total romantisch. Weil man sich dann vorstellt, irgendwann einen ganzen Spielfilm auf 35mm aufzunehmen.

Was genau gefällt dir an Aufnahmen mit 35-mm-Film so?

Jasmin: Es sieht einfach viel schöner aus. Man kann mit Kameras und Optiken schon sehr viel machen, aber Film ist halt Film. Das sieht man. Ich könnte teilweise nicht erkennen, ob das mit einer Arri oder einer Panasonic oder Black Magic gedreht wurde, aber ich kann erkennen, ob es auf Film gedreht wurde. Man weiß auch nie, was man bekommt. Man ist es ja oft gewohnt, dass man alles so lang versucht, bis es einem gefällt und man plötzlich in Zeitdruck beim Drehen gerät. Wir sind bei "Ciao Baby" aber so sparsam mit dem Film umgegangen, dass wir am Ende sogar eine Rolle zu viel hatten.

Dabei wirkt es, als hattet ihr sehr viele verschiedene Drehorte.

Jasmin: Ja, wir haben uns schon sehr viel angetan. Wir hatten fünf oder sechs Drehtage inklusive Autoversenken. Das war letztlich die größte Challenge. Es gibt einen tollen Menschen in Wien - den Rüdiger Schnur -, der mit einem riesigen Auto und ganz vielen Seilen gekommen ist und es möglich gemacht hat, das Wanda-Amore-Auto zu versenken.

Das ist wirklich das Auto vom Cover?

Jasmin: Nein, es ist nicht das Original. Es wäre zwar fast das Original geworden, aber dann hätten wir das Auto reparieren lassen müssen, um es nach Italien zu bringen. Wir haben letztlich dasselbe Modell verwendet, den Motor in Wien ausbauen und es nach Italien transportieren lassen. Es war dann natürlich sehr schwer, dort die Genehmigung zu bekommen, um ein Auto zu versenken. Wir hatten tatsächlich bis einen Tag vor Dreh nicht die Gewissheit, ob wir das überhaupt machen dürfen. Zum Glück haben wir dann einen sehr schwindeligen Bauunternehmer kennengelernt, der uns das ermöglich hat. Mit staatlichen Genehmigungen sind wir nicht sehr weit gekommen. Der hatte zufällig auch einen Wasserabschleppdienst. Das wurde dann letztlich auch die Fähre, die wir für die Performance am Wasser verwendet haben.

Ist bei dem Dreh viel spontan entstanden?

Jasmin: Die einzelnen Bandportraits waren natürlich geplant. Wenn Marco (der Sänger) allerdings gerade nicht beim Dreh gebraucht wurde, hat er sich in die nächstbeste Bar gesetzt und dort unter anderem durch sein Juventus-Trikot schnell mit den Leuten connected. Am Ende des Videos, wo der ältere Mann singt und alles, was in dieser Bar aufgenommen wurde, ist spontan entstanden.

Hattet ihr einen Plan, falls es allen fünf Tagen regnen würde?

Jasmin: Man kann ja dort nicht mit dem Auto herumfahren und muss jede Strecke mit dem Boot zurücklegen. Es war teilweise lebensgefährlich. Es gibt eine Szene, in der wir ein Boot umkreisen und Christian (Bassist) diesen Titanic-Move macht und wir sind sehr schnell um dieses Boot gekreist, um dieses Bild zu kommen. Das war mit dieser Kamera natürlich super gefährlich. Dazwischen gibt es Szenen, da kam wirklich ein Gewitter auf, während wir am Wasser waren. Marco war schon durchnässt und wir haben zu dritt versucht, die Kamera trocken zu halten. Aber dadurch, dass wir so nahe waren, sieht man das Gewitter letztlich gar nicht. Es war viel gefährlicher, als es aussieht.

Im Video kommt ja auch ein im Auto untergehender Nino aus Wien vor. Hat ihn die Band mitgenommen oder war das deine Idee?

Jasmin: Eigentlich war das meine Idee, aber ich wusste auch, dass da alle dabei sein werden. Das Wasser hatte etwa zehn Grad und irgendwann kam das Gerücht auf, dass man ab einer gewissen Wassertemperatur einen Schock erleiden kann. Da gab es dann keinen Weg herum, einen Rettungsschwimmer dafür zu engagieren. Für diese Szenen mit dem Auto und dem untergehenden Boot haben wir auch zwei italienische Drohnenpiloten engagiert, die eher gewohnt waren, auf Hochzeiten zu arbeiten. Man muss sich das so vorstellen: Wir hatten zwei Kameras, eine 35mm und eine B-Kamera und eine Drohne von oben. Marco musste während seiner Performance auf dem untergehenden Boot ein von uns präpariertes Loch freimachen, damit es untergeht. Wir wussten aber nicht, wie lange es dauern würde, bis es wirklich untergeht. Irgendwann hat Marco sich wie eine Primadonna ins Wasser fallen lassen und der Rettungsschwimmer ist viel zu früh losgesprungen, um ihn zu retten. Wir konnten also die Drohneneinstellung beinahe nicht verwenden.

Du hast ja mittlerweile drei Videos mit Wanda gedreht, wie kamst du ursprünglich dazu?

Jasmin: Wir haben 2017 "Columbo" gedreht und dazu bin ich über einen befreundeten Filmemacher gekommen, der eigentlich vier Videos machen hätte sollen. Und da niemand vier Video in so kurzer Zeit drehen kann - außer Rupert Höller -, hat er sich die Videos mit mir geteilt. Ich muss sagen, dass alle drei Wanda-Videos richtig aufwändig waren, weil es sehr ungewöhnlich ist, in Österreich ein gewisses Budget für Musikvideos zu haben. Für "Columbo" haben wir einen Teil des Erzberges gesprengt, bei "Ciao Baby" haben wir ein Auto versenkt und bei "Nach Hause gehen" haben wir ein Auto angezündet.

Sieht aus als brauchst du immer ein bisschen Zerstörung in deinen Videos.

Jasmin: Ja, beziehungsweise muss man bei Musikvideos immer etwas Neues ausprobieren und man muss ja im Video letztlich auch sehen, dass es ein Budget gab.

Als "Bussi Baby" damals erschien, wurde viel darüber diskutiert, ob Wanda sexistisch seien. Du hast jetzt schon viel mit ihnen zusammengearbeitet. Wie würdest du das jetzt einschätzen?

Jasmin: Mir sind in meinem Leben echt schon viele Männer begegnet und Wanda sind sicher nicht die Bösen. Das ist sehr konzeptuell alles. Wenn man so ein Video zu so einer Nummer macht, dann will man das ja auch irgendwie provozieren und ich hätte das Video zu "Bussi Baby" natürlich nie so gemacht, aber den Sexismus Vorwurf kann ich überhaupt nicht bestätigen. Von allen Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, war es auf jeden Fall die Erfahrung mit der meisten Wertschätzung.

Danke für das Gepräch!

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Jasmin: Mir sind in meinem Leben echt schon viele Männer begegnet und Wanda sind sicher nicht die Bösen. Das ist sehr konzeptuell alles. Wenn man so ein Video zu so einer Nummer macht, dann will man das ja auch irgendwie provozieren und ich hätte das Video zu "Bussi Baby" natürlich nie so gemacht, aber den Sexismus Vorwurf kann ich überhaupt nicht bestätigen. Von allen Menschen, mit denen ich zusammengearbeitet habe, war es auf jeden Fall die Erfahrung mit der meisten Wertschätzung.

Danke für das Gepräch!